Volksbanken machen `Bombengeschäfte´ mit Atomwaffen

Volksbanken machen `Bombengeschäfte´ mit Atomwaffen

Die Banken Volksbank, Raiffeisenbank und Sparda genießen mit ihrem genossenschaftlichen Hintergrund und ihrem Engagement in regionale Projekte einen ausgesprochen guten Ruf. Doch die meisten der 30 Millionen Kunden dieser Banken wissen nicht, dass die diesen drei Banken übergeordnete DZ-Bank von wissenschaftlichem und sozialem Engagement weit entfernt ist. Denn dieses Zentralinstitut – mit all seinen unterstellten Banken – investiert in großem Maße in Atomwaffen.

Starker Anstieg der Rüstungsinvestitionen

So klären die Abrüstungsorganisation ICAN und die NGO PAX in ihrer Studie "Don't Bank on the Bomb" über die Investitionen internationaler, aber auch deutscher Banken in Atomwaffenproduzenten auf. Dabei wird in dieser Studie unter anderem deutlich, dass die DZ-Bank – und damit die Volks- und Raiffeisen- sowie Spardabanken – ihre Investitionen in Atomwaffen innerhalb eines Jahres um über 600 Prozent von 66 auf 470 Millionen USD gesteigert hat. Darin enthalten ist unter anderem eine mehr als 60 Millionen USD schwere Kreditfinanzierung vom Rüstungskonzern Airbus, der neben Flugzeugen auch Atomwaffen entwickelt. Aino-Ritva Weyers aus dem Vorstand von ICAN Deutschland erklärt:

"Die Atomraketen, die von Airbus produziert werden, sind 80-mal zerstörerischer als die Atombombe auf Hiroshima. Es ist verantwortungslos, Firmen zu finanzieren, die solche Massenvernichtungswaffen herstellen."

Kohle, Öl und Menschenrechte sind DZ-Bank egal

Doch die Genossenschaftsbanken investieren neben der Rüstung zudem in weitere nicht-nachhaltige Projekte und Unternehmen, auch wenn sie sich alle "Nachhaltigkeit" auf ihre Fahnen geschrieben haben. So gehören unter anderem Kohlekraftwerke, fossile Energien wie Öl und Gas sowie Unternehmen, die Menschenrechtsverletzungen oder Umweltzerstörung verantworten, zu ihren Finanzierungsvorhaben. Dies führt dazu, dass die DZ-Bank vom Fair Finance Guide Deutschland beim Thema Nachhaltigkeit auf den achten Platz eingestuft wird – mit einer Nachhaltigkeits-Performance von nur 32 Prozent.

Es geht auch anders: Norwegens Pensionsfonds macht es vor

Die Spitzenreiter zeigen dabei die Möglichkeiten, wie es gehen kann: Sie konnten Ergebnisse von mindestens 90 Prozent Nachhaltigkeit erreichen. Auch der norwegische Staatliche Pensionsfonds, der zu den größten internationalen Investoren gehört, macht nachhaltiges, waffenfreies Investieren vor und zieht sich aus jeglichen Geschäften mit Atomwaffenproduzenten zurück. Dafür entwickelte er eine Ausschlussliste mit all jenen Unternehmen, die an der Atomwaffenproduktion beteiligt sind und in die daher zukünftig nicht mehr investiert wird. Eine weitere Vorbildrolle könnte auch die Deutsche Bank einnehmen, die in diesem Jahr eine neue Richtlinie beschlossen hat, die Finanzierungen in ebendiesen Sektor ausschließen soll.

Sagen Sie Ihrer Volksbank, Raiffeisenbank oder Spardabank Ihre Meinung

Können auch Sie als Privatkunde etwas gegen Finanzierungen von Atomwaffen tun? In der Tat! ICAN, die 2017 den Friedensnobelpreis erhielten, rufen mit ihrer Kampagne "Keinen Cent für Atomwaffen" Kunden der Volks-, Raiffeisen- und Sparda-Banken auf, Druck auf ihre Geldinstitute auszuüben. Auch Nicht- oder Fremdkunden können sich an dieser Aktion beteiligen. Mit nur einem Klick auf der Aktionsseite kann so jeder eine Protestmail an die eigene Filiale schicken, damit den Banken klar wird, dass ihre Kunden Investitionen in Atomwaffenhersteller verurteilen und Geschäfte mit diesen endlich beendet werden müssen.

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Kilian Rüfer

Geschrieben von Kilian Rüfer

Kilian Rüfer setzt sich dafür ein, dass Finanzhebel von destruktiv auf konstruktiv gestellt werden. Der gelernte Mediengestalter und Ingenieur für erneuerbare Energien ist Energieblogger und betreibt die Kommunikationsagentur SUSTAINMENT.

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