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Von der Sonne beschienener Baum im Wald

Nachhaltige Waldinvestments

Waldinvestments liegen als nachhaltige Geldanlagen auf der Hand, hat doch der Begriff Nachhaltigkeit seinen Ursprung in der Forstwirtschaft. Anbieter gibt es auf den ersten Blick viele, und die in Aussicht gestellten Renditen liegen häufig im zweistelligen Bereich. Doch Vorsicht ist geboten: Wirklich nachhaltige Angebote sind rar und manche Renditeversprechen halten einer näheren Überprüfung nicht stand. Doch welche Möglichkeiten, in die natürliche Ressource Wald zu investieren, gibt es eigentlich?

Waldinvestment: Welche Möglichkeiten gibt es?

Waldinvestments lassen sich üblicherweise in die drei Kategorien Waldaktien, Wald-Direktinvestments und Waldfonds einteilen:

Waldaktien

Waldaktien sind Anteile an Gesellschaften, deren Kapital in Wäldern und Holz verarbeitenden Betrieben liegt. Gehandelt werden vor allen Dingen skandinavische und nordamerikanische Papiere. Dort jedoch sind größere Kahlschläge eine gängige Praxis, was kaum mit einer ökologischen Nachhaltigkeit vereinbar ist. Die meisten Unternehmen stellen Zellstoff oder Bauholz her, weshalb der Wert der Aktien stark konjunkturabhängig ist und entsprechend der Nachfrage schwankt.

Wald-Direktinvestments

Direktinvestments in Wälder, insbesondere in solche, die Edelholz produzieren, sind weniger anfällig für Marktschwankungen. Hier kann mit der Ernte so lange gewartet werden, bis es sich für den Anleger lohnt. Außerdem haben direkte Waldinvestments den Vorteil, dass Du hierbei in die Aufforstung neuer Bäume und damit den Aufbau von Wäldern investierst.

In Deutschland gibt es im wesentlichen zwei Anbieter: ForestFinance und Miller Forest. Besonder hervorheben wollen wir die Aufforstung mit Mischwäldern von ForestFinance. Holz-Plantagen wie bei Miller Forest schaffen hingegen – insbesondere bei Eukalyptus – für die wünschenswerte Artenvielfalt nicht ausreichend Lebensräume.

Geschlossene Waldfonds

Im Gegensatz zum Direktinvestment investierst Du mit einem geschlossenen Waldfonds nicht direkt in einzelne Bäume auf konkreten Flächen, sondern in Gesellschaften, die Grundstücke kaufen, aufforsten und dort Holz produzieren. Die meisten Waldfonds setzen dabei auf schnell wachsende Monokulturen, um möglichst günstig große Mengen an Holz zu produzieren. Das ökonomische Risiko ist im Vergleich zu Themenfonds oder ethisch-ökologischen Fonds höher, da die Streuung deutlich geringer ist und es sich um eine unternehmerische Beteiligung handelt.

Chancen und Risiken

Die Nachfrage nach Holz ist hoch und tendenziell steigend - bei zurzeit global abnehmenden Waldflächen. Steigende Preise sind mittel- bis langfristig also wahrscheinlich. Wenn Du mit Deinem Investment also den Aufbau neuer, artenreicher Wälder förderst, kannst Du sowohl der Umwelt als auch Deinem Geldbeutel etwas Gutes tun.

Leider nennen sich fast alle Anbieter „nachhaltig”, auch wenn sie auf große Monokulturen (z.B. Eukalyptus und Teak) setzen und damit ökologische Kriterien außer Acht lassen. Auch kann es durch großflächige Landkäufe zur Verdrängung Einheimischer, zahlreicher Tier- und Pflanzenarten sowie zu massiven Preissteigerungen vor Ort kommen. Leider gibt es auch immer wieder unseriöse Anbieter, die mit überzogenen Gewinnversprechungen Anleger anlocken, die in sie gesteckten Erwartungen aber niemals erfüllen können.

Grundsätzlich gilt, dass man als Anleger*in einen langen Atem braucht. Selbst bei einem Investment in Kurzumtriebsplantagen gehen Experten davon aus, „dass ein Investment mindestens für fünf Erntezyklen angelegt sein sollte”. Das entspricht einem Zeitraum von etwa 25 Jahren, der auch bei anderen Bewirtschaftungsformen als Richtwert angenommen werden kann.

Umweltrisiken wie Schädlingsbefall, Feuer und Naturkatastrophen und politische Umbrüche in den Anbauländern, die z.B. zu Enteignungen führen, können schlimmstenfalls zum Totalverlust des angelegten Vermögens führen. Finanztest rät generell von Waldinvestments ab und bewertet in der Ausgabe 01/2018 alle getesteten Produkte mit „mangelhaft”. Kritisiert wurden hauptsächlich intransparente Prospekte, die die Risikoeinschätzung für den Verbraucher erschweren. Die Qualität der Nachhaltigkeit spielte bei diesem Test keine Rolle. Deshalb und weil die Risiken unserer Einschätzung nach überbetont werden, ist für uns dieses Fazit etwas zu rigoros. Wir halten diese Aussage von Harry Assenmacher, Gründer der ForestFinance Gruppe, für wesentlich praxisnäher: „Waldinvestments sind eine gute Diversifikationsmöglichkeit, aber wir würden niemals jemanden empfehlen, einen Großteil seines Vermögens darin anzulegen“.

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