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Nachhaltige Anleihen: Green Bonds, Climate Bonds und kleinere Pionierunternehmen

Nachhaltige AnleiheDu verleihst Geld und erhältst dafür Zinsen. Zurück bekommst du Dein Geld am Ende der Laufzeit – das ist in einfachen Worten eine Anleihe. Herausgegeben werden Anleihen von Staaten, Kreditinstituten oder Unternehmen. Entsprechend unterschiedlich sind Risiken, Zinsen und die nachhaltige Wirkung von Anleihen.

Typische Anleihen haben eine Laufzeit von mehreren Jahren. Zu dem festgesetzten Termin, am Fälligkeitstag, erhalten Anleger*innen ihr Geld zurück. Die Zinsen werden jährlich ausgezahlt. Viele Anleihen werden zu einem festen Zinssatz abgeschlossen. Bei anderen wird die Höhe der Zinsen an die allgemeine Marktentwicklung angepasst – dadurch schwanken diese. Für Anleihen im Bereich der erneuerbaren Energien liegen typische Mindestanlagebeträge um 1.000 bis 3.000 Euro. Manche Anleihen werden an Börsen gehandelt.

Green Bonds heißt grüne Anleihe auf Englisch. Landläufig sind mit Green Bonds meist Anleihen von großen Unternehmen oder Kreditinstituten gemeint. Allesamt versprechen, Geld nachhaltig zu investieren.

Quickfacts

  • Wirkung gut vorstellbar, welcher Sache das Geld dient
  • feste Zinshöhe
  • teilweise indirekt über Unternehmen in Sachwerte investieren
  • Kapital meist gebunden: feste Laufzeit
  • kleinere Anleihen oft ohne Bonitätsranking
  • Risiko des Totalverlustes

Angebote für Anleihen

Übersicht über alle durch uns ausgewählte Anbieter*innen ethisch-ökologischer Anleihen.

Übersicht über Green Bonds bietet die Börse Frankfurt.

Sinn-Bestimmung

Mit Anleihen einzelner Unternehmen kannst Du präzise bestimmen, was mit dem Geld gemacht werden darf. Beispielsweise werden häufig Erneuerbare Energien über Anleihen finanziert. Gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen kannst Du Dir leicht einen Eindruck von der Geschäftsaktivität verschaffen. Bei Anleihen von Banken, Kommunen oder großen Unternehmen ist die Nachhaltigkeit unübersichtlicher. Der Begriff “Green Bond” ist ungeschützt und garantiert die Nachhaltigkeit der Anleihe nicht. So gibt beispielsweise die französische Elektrizitäts­gesell­schaft Électricité de France einen “grüne” Anleihe heraus, obwohl sie ein Atomkonzern ist.

Mehr darüber, woran du Nachhaltigkeit erkennen kannst, erfährst Du hier.

Schau nach, ob es ein Nachhaltigkeits-Rating gibt. Standards für nachhaltige Anleihen sind:

  • “Green Bond Principles (GBP)”: Ihre Kriterien gelten als schwammig und sind mangels Offenlegungspflicht nicht bei allen Anbietern nachvollziehbar. Es handelt sich um eine freiwillige Selbstauskunft mit dem Versprechen, sich an die Prinzipien zu handeln.
  • „Climate Bond Standard“ ist das Zertifikat für Anleihen von der gemeinnützigen „Climate Bonds Initiative“ (CBI). Die Kriterien ähneln denen den Green Bond Principles, sind allerdings konkreter. Es gilt als das bessere Erkennungsmerkmal für die Nachhaltigkeit von Green Bonds.

Soziale Auswirkungen berücksichtigen beide Standards nicht. Auch wird die Gesamtaktivität der Anbieter*in nicht betrachtet – was wir bei Mischkonzernen durchaus relevant für die Nachhaltigkeit finden.

Chancen

Grüne Anleihen erfreuen sich äußerster Beliebtheit. Da sie als relativ sicher und ertragreich gelten, stabile Zinssätze und einen ideellen Mehrwert bieten, sind sie stärker als konventionelle Produkte überzeichnet. Im Konkursfall würdest Du vorrangig gegenüber Aktionären behandelt werden – sofern kein Nachrang extra vereinbart worden ist.

Mehr über die Rendite nachhaltiger Geldanlagen erfährst Du hier.

Risiken

Anleihen gelten prinzipiell als weniger risikoreich als Aktien. Das “geliehene” Geld erhalten Anleger*innen am Fälligkeitstag vollständig zurück, sofern der Anbieter / die Anbieterin nicht insolvent geworden ist oder die Anleihe vorzeitig verkauft wurde. Bei einer Insolvenz haben Anleger*innen als Gläubiger*innen Anspruch auf einen Teil der noch vorhandenen Insolvenzmasse.

Für einige größere Unternehmen sowie für Konzerne und Staaten gibt es externe Bonitäts-Ratings, mit denen Du die Kreditwürdigkeit einschätzen kannst. Auch Einsichten in Bilanzen und in die Eigenkapitalausstattung des Anbieters / der Anbieterin sind aufschlussreich – soweit sie verfügbar sind und Du sie interpretieren kannst.

Auf einer Skala von 1 bis 6 schätzen wir im Allgemeinen das Risiko von Unternehmens-Anleihen grob auf 5 bis 6 ein. Staatsanleihen und Konzerne hingegen sind meist sicherer. Mehr zu Risiken erfährst Du hier.

Risikoskala

Liquidität

Anleihen haben eine feste Laufzeit. Ob und wie du eine Anleihe vorher verkaufen kannst, hängt von den jeweiligen Konditionen ab. Diese findest du im Wertpapierprospekt. Manche Anleihen kannst du an der Börse verkaufen. Für andere Anleihen gibt es auch neben der Börse individuelle Handelsmöglichkeiten – sofern dies durch die Herausgeber zugelassen worden ist.

Wie kannst Du Anleihen kaufen?

Um eine Anleihe kaufen zu können, brauchst du ein Wertpapierdepot. Du kannst dasselbe Depot verwenden, das du vielleicht auch für Fonds oder Aktien benutzt. Solange die Anleihe herausgegeben wird, kannst du sie direkt beim Herausgeber (Emittent) zeichnen. Börsennotierte Anleihen kannst Du über Deine Hausbank(en) bzw. Depotbank kaufen.

Du weißt noch nicht welche Geldanlage die richtige für Dich ist? Schau Dir unseren Leitfaden an!

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