Wirtschaftlich nachhaltig heißt: Das Projekt kann dauerhaft betrieben werden – auch weil es sich selbst refinanziert und keine zusätzliche Unterstützung von außen braucht. Schließlich sind es vor allem solche Prozesse, die sozial und ökologisch nachhaltig sind und zudem wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen, die eine starke Eigendynamik entwickeln.
Bestimmte Staatsanleihen
Es wäre nicht konsequent Unternehmen die gegen Menschenrechte verstoßen oder auf Nachhaltigkeitsrankings schlecht abschneiden von nachhaltigen Investitionen auszuschließen, jedoch aber Anleihen von Staaten zu erwerben, die gegen die gleichen Kriterien verstoßen. Weiterhin wird nicht in Staatsanleihen investiert, sollte der jeweilige Staat in einem kriegerischen Konflikt verwickelt sein oder massive Korruption aufweisen.
Devisenspekulation
Das Handeln mit Währungen kann zu Schwankungen der Umrechnungskurse bis hin zur Instabilität des globalen Finanzsystems führen. Aus diesen Gründen sind Unternehmen, die mit Devisenspekulation ihren Umsatz generieren, kaum für nachhaltige Investments geeignet.
Hochfrequenzhandel
Bei dieser Börsenaktivität werden die Wertpapiere mittels Hochleistungsrechnern ohne Einwirken von Menschen innerhalb von Sekunden bis Mikrosekunden nach den zuvor programmierten Algorithmen abgewickelt. Diese Form des Handels zeichnet sich nicht nur durch kurze Haltefristen der Wertpapiere und potenziell hohen Umsatz aus, sondern auch durch zahlreiche negative Auswirkungen. Hochfrequenzhandel kann beispielsweise die Nachfrage für eine Aktie vortäuschen. Auch ist Hochfrequenzhandel anfällig für diverse illegale Insidergeschäfte, wie Frontrunning, bei dem etwa Börsenhändler von dem Wissen über die Handelsstrategie ihrer Mandanten profitieren. Grundsätzlich agieren Hochfrequenzhändler häufig mit aggressiven Strategien auf Kosten ihrer Marktteilnehmer. Aufgrund dessen, werden Unternehmen, welche Hochfrequenzhandel betreiben von nachhaltigen Investitionen ausgeschlossen.
Mikrofinanzierung
Kleine Darlehen an Menschen, die häufig von Banken als nicht kreditwürdig eingeschätzt werden, können oft ein großes Potenzial entfalten. Gerade im globalen Süden haben die Kreditnehmenden dadurch die Mittel, in eine kleine Unternehmensgründung oder auch die eigene Bildung zu investieren. Es gibt zahlreiche Mikrofinanzierungsprogramme mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen. Als besonders wirkungsvoll erwies sich der Genossenschaftsansatz, bei dem sich die Kreditnehmenden gegenseitig aushelfen. Auch im globalen Norden vergeben manche ethische Banken Mikrokredite – etwa für Kleinstgründungen oder um aus der Schuldenfalle herauszukommen. Grundsätzlich ist Mikrofinanzierung ein starker Pluspunkt um eine nachhaltige Investition zu erhalten.
Minimierung des Ressourcenbedarfs
Um innerhalb der ökologischen Belastungsgrenzen zu wirtschaften, wurden von dem Wissenschaftler Rockström und seinen schwedischen Kollegen neun “Planetarische Leitplanken” definiert. Diese Leitplanken sind jedoch bereits vielfach überschritten. Lange Zeit galten effizientere Technologien als das Heilmittel, um sich wieder innerhalb dieser Leitplanken zu bewegen. Allerdings fressen Mehrkonsum und Bevölkerungswachstum die Effizienzgewinne häufig auf, teilweise werden sie gar überkompensiert. Entscheidend ist die absolute Summe der Nutzung begrenzter Ressourcen.
Manche Pionierunternehmen allerdings ermöglichen eine Wirtschaftsweise, die nicht nur effizienter als die ihrer Marktteilnehmer ist, sondern auch in absoluten Verbrauchszahlen besser da stehen. Diese Unternehmen setzen etwa auf die Produktion von besonders haltbaren Produkten, bieten Sharing-Dienstleistungen an, reparieren oder produzieren Upcycling-Produkte. Diese Pionierunternehmen sind in besonderem Maße für nachhaltige Investitionen geeignet.
Ressourcenschonende Betriebsführung
Alle Ressourcen, von fossilen über biotischen bis hin zu Seltenen Erden, werden derzeit, global betrachtet, übernutzt. Ein sorgsamer Umgang mit diesen Ressourcen als Grundlage für Produktionsprozesse ist daher essenziell um diese für die Zukunft zu erhalten und vor allem um die negativen sozialen und ökologischen Folgen des Ressourcenabbaus zu minimieren. Dementsprechend sind insbesondere Unternehmen, die in ihrem Marktfeld durch besonders vorbildliches Verhalten in Bezug auf Ressourcenverbrauch auffallen (Best-in-Class-Ansatz) besonders für eine nachhaltige Investition geeignet.
Schattenfinanzplätze (aggressive Steuervermeidung)
Aggressive Steuervermeidung geschieht auf Kosten der Gesellschaft, in der das jeweilige Unternehmen Gewinne einfährt. Diese Steuervermeidung ist dabei nicht immer illegal; findige Beratende können oftmals in Steuersystemen Schlupflöcher ausmachen. Doch auch diese legale Steuervermeidung ist ab einem bestimmten Punkt nicht konform mit den Kriterien, welche für nachhaltige Investitionen qualifizieren. Solche legale aber zu verurteilende Steuertricks sind etwa das Errichten von Briefkastenfirmen oder überzogene Patentzahlungen einer Tochterfirma an den Mutterkonzern, um Umsatzsteuern der Tochterfirma zu sparen.
Spekulation mit Nahrungsmitteln
Spekulationen mit Nahrungsmitteln können diese verteuern. In Gesellschaften, in denen ein Großteil des Haushaltseinkommens für Nahrungsmittel aufgebracht wird oder diese ohnehin nur eingeschränkt vorhanden sind, können solche Verteuerungen verheerende Auswirkungen haben.
Spekulation mit Rohstoffen
Spekulationen mit Rohstoffen können zu schwankenden Preisen führen, unter denen insbesondere die Endkonsumenten leiden die auf diese Ressourcen angewiesen sind. Gleichzeitig können diese Spekulationen und auch langfristige Investitionen in Rohstoffe zu einer Wertsteigerung dieser führen. Dabei kann es vorkommen, dass diese Investitionen einen Wechsel des Energieträgers erschweren – ein Phänomen, das unter dem Begriff „Carbon Bubble“ bekannt wurde.