Stört es Dich auch, dass es auf unserem Globus ein starkes ökonomisches Gefälle vom reichen Norden hin zum ärmeren Süden gibt? Dagegen kannst Du etwas tun – mit der richtigen Geldanlage! Ein gute Möglichkeit für mehr Chancengleichheit zu sorgen, ist eine Investment im Bereich Mikrofinanz. Mikrofinanzfonds gelten als wenig schwankungsanfällig. Verluste sind aber möglich.
Als Instrument der Entwicklungspolitik umfasst Mikrofinanz neben Mikrokrediten auch den Zugang zu Sparkonten, Versicherungsleistungen sowie bargeldlosen Bezahl- und Überweisungsmöglichkeiten per Mobiltelefon. Die Angebote richten sich dabei an Menschen, die wegen fehlender Sicherheiten von regulären Banken und Versicherungen als Kunden abgelehnt werden.
Aus Investorensicht sind zurzeit vor allen Dingen die Mikrokredite interessant.
Was sind Mikrokredite?
Mikrokredite werden häufig von Kleinstunternehmern*innen, viele davon Frauen, in Anspruch genommen. Im Gegensatz zu traditionellen Banken können Mikrofinanzinstitute, trotz fehlender physischer Sicherheiten, diesen Kund*innen Geld leihen. Das wird unter anderem möglich, weil für die Kreditentscheidung die erwartete Ertragskraft des Unternehmens zugrunde gelegt wird. So entfallen aufwendige Prüfungen der Bilanzen, die viele Kleinstunternehmer*innen gar nicht vorweisen können. Gruppenbürgschaften und zusätzliche Anreize wie Bewährungskredite und Bonussysteme sollen Ausfälle begrenzen. Bei Oikocredit waren Ende 2025 4,5 % des Portfolios mehr als 90 Tage überfällig (Ende 2024: 8,3 %; Quelle: Oikocredit, Jahreszahlen 2025, 23.04.2026).
Mikrofinanzfonds gelten laut ECOreporter (14.08.2026) als „defensive, wenig schwankungsanfällige Geldanlagen“. Verluste sind möglich.
Marktentwicklung Mikrofinanz

Mikrokredite in ihrer heutigen Form entstanden in den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts. Einer der Vorreiter war Muhammad Yunus, der 1976 die Grameen Bank in Bangladesh gründete. Wichtiges Ziel war die Bekämpfung von Armut durch wirtschaftliche Entwicklung. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts entdecken auch immer mehr kommerzielle Investoren Mikrofinanz als Geschäftsmodell. 2005 wurde durch die UN-Generalversammlung zum Internationalen Jahr des Mikrokredits erklärt und 2006 erhielt Muhammad Yunus den Friedensnobelpreis für sein Bemühen mit der Grameen Bank eine ökonomisch und soziale Entwicklung von unten zu bewirken.
Laut Microfinance Barometer 2019 (Stand 2018) profitierten im Jahr 2018 139,9 Millionen Kreditnehmer von den Dienstleistungen der Mikrofinanzinstitute, gegenüber nur 98 Millionen im Jahr 2009. Von diesen 139,9 Millionen Kreditnehmern sind 80 Prozent Frauen und 65 Prozent gehören zur ländlichen Bevölkerung. Diese Anteile sind in den zehn Jahren von 2009 bis 2018, trotz der Zunahme der Anzahl der Kreditnehmer, stabil geblieben.
Die Kommerzialisierung von Mikrokrediten bewirkt zwar eine breitere Verfügbarkeit von Mikrokrediten, wird aber auch kritisch betrachtet. So gibt es zum Beispiel die Befürchtung, dass durch das Gewinnstreben der Anleger die soziale Wirkung zu sehr in den Hintergrund rückt.
Wie sozial sind Mikrokredite?
Den Unternehmer*innen ermöglichen diese Kleinstkredite häufig überhaupt erst den Aufbau eines erfolgreichen Geschäfts. Sie stärken außerdem die Position der Frauen, indem Sie ihnen eine finanzielle Unabhängigkeit ermöglichen.
Kritisch werden die vergleichsweise hohen Kreditzinsen betrachtet, die sich in etwa auf dem Niveau hiesiger Dispokredite bewegen. Die Ursache dieser Gebühren liegt unter anderem im verhältnismäßig hohen Verwaltungsaufwand in Bezug auf die geringen Kreditsummen. Mikrokredite sind aber immer noch wesentlich günstiger als das, was lokale Geldverleiher (Wucherer) für ihre Leistungen verlangen. Betrachtet man zudem die absoluten Zahlen, handelt es sich, bedingt durch die geringe Kreditsumme, um überschaubare Gebühren, die von den Unternehmern*innen bezahlt werden können. Gut einem Drittel der Mikrofinanz-Kreditnehmer*Innen soll es durch diese Geldmittel gelingen, ihren Wohlstand dauerhaft zu erhöhen.
Investieren kannst Du in diese sozial nachhaltige Geldanlage über Mikrofinanzfonds und ähnliche Angebote
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Investitionsmöglichkeiten
Mikrofinanzfonds
Mit dem Kapital der Anleger ermöglichen es Mikrofinanzfonds spezialisierten Finanzinstituten Kleinstkredite zu vergeben. Hiervon profitieren insbesondere Kleinstunternehmer*innen, die sich damit eine Existenz aufbauen oder sichern können. Im ECOreporter-Test (Stand 30.06.2026) erzielten vier Mikrofinanzfonds über fünf Jahre insgesamt 7,1 bis 11,1 %, über ein Jahr 1,3 bis 3,1 %. Vergangene Renditen sind keine Garantie, Verluste sind möglich.
Mikrofinanzfonds sind mit Länder-, Kredit-, Währungs- und Liquiditätsrisiken verbunden. Der GLS AI – Mikrofinanzfonds bietet laut ECOreporter nur halbjährliche Rückgaben. Die Gesamtkostenquote des IIV Mikrofinanzfonds liegt je nach Anteilsklasse bei 1,52 bis 2,02 % (Quelle: investinvisions.com, Stand 09/2026).
Auswahl zugelassener Mikrofinanzfonds, Stand 09/2026, keine vollständige Marktübersicht. Die Renditen stammen aus dem ECOreporter-Test (Stand 30.06.2026).
| Fonds | Rendite 1 Jahr (bis 30.06.2026) | Rendite 5 Jahre insgesamt (bis 30.06.2026) |
| KCD-Mikrofinanzfonds – III | 3,0 % | 11,1 % |
| IIV Mikrofinanzfonds (Invest in Visions) | 2,3 % | 9,6 % |
| GLS AI – Mikrofinanzfonds | 3,1 % | 9,0 % |
| I-AM Vision Microfinance | 1,3 % | 7,1 % |
Oikocredit
Oikocredit ist eine Genossenschaft, die über eine treuhänderische Beteiligung der Anleger (Mitglieder) Kredite und Kapitalbeteiligungen an Mikrofinanzinstitutionen, Genossenschaften und soziale Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern vergibt. Damit soll die Entwicklung unterstützt, Arbeitsplätze geschaffen, der Faire Handel gefördert und ein nachhaltiger Umgang mit natürlichen Ressourcen erreicht werden.
Oikocredit zahlte für 2024 und 2025 keine Dividende. Eine Rendite ist bei Genossenschaftsanteilen nicht gesichert, ein Verlust des Kapitals ist möglich (Stand 09/2026). Quellen: ECOreporter, Oikocredit, Jahreszahlen 2025 (23.04.2026), Mitgliederversammlung 04./05.06.2026. Die Mindestanlage beträgt 200 Euro (Stand 09/2026). Das entspricht einem Genossenschaftsanteil. Die Mitgliedschaft in einem regionalen Förderkreis ist laut Oikocredit freiwillig.
Kiva.org
Kiva ist eine US-amerikanische wohltätige Organisation, die Mikrokredite an Menschen in ärmeren Ländern vergibt. Das Besondere ist, dass Du hier selbst entscheiden kannst, welche*n Unternehmer*in Deine Unterstützung zukommt.
Schon ab 25 US-Dollar kannst Du einsteigen (Quelle: kiva.org, Stand 09/2026). Es handelt sich hierbei nicht um eine klassische Geldanlage: Ein Kiva-Kredit bringt keine Rendite, Investoren erhalten keine Zinsen. Kiva garantiert weder die Rückzahlung noch eine Rendite, ein Verlust des Kapitals ist möglich (Quelle: kiva.org, Stand 09/2026). Dadurch sind Kiva-Kredite aber auch häufig etwas günstiger als andere Mikrokredite. Investieren kannst direkt über kiva.org. Eine Nutzungshilfe für diese englischsprachige Webseite stellt Kiva Deutschland hier zur Verfügung.