Waldinvestments liegen als nachhaltige Geldanlagen auf der Hand, hat doch der Begriff Nachhaltigkeit seinen Ursprung in der Forstwirtschaft. Anbieter gibt es auf den ersten Blick viele, und die in Aussicht gestellten Renditen liegen häufig im zweistelligen Bereich. Doch Vorsicht ist geboten: Wirklich nachhaltige Angebote sind rar und manche Renditeversprechen halten einer näheren Überprüfung nicht stand. Doch welche Möglichkeiten, in die natürliche Ressource Wald zu investieren, gibt es eigentlich?
Waldinvestment: Welche Möglichkeiten gibt es?
Waldinvestments lassen sich üblicherweise in die drei Kategorien Waldaktien, Wald-Direktinvestments und Waldfonds einteilen:
Waldaktien
Waldaktien sind Anteile an Gesellschaften, deren Kapital in Wäldern und Holz verarbeitenden Betrieben liegt. Gehandelt werden vor allen Dingen skandinavische und nordamerikanische Papiere. Dort jedoch sind größere Kahlschläge eine gängige Praxis, was kaum mit einer ökologischen Nachhaltigkeit vereinbar ist. Die meisten Unternehmen stellen Zellstoff oder Bauholz her, weshalb der Wert der Aktien stark konjunkturabhängig ist und entsprechend der Nachfrage schwankt.
Wald-Direktinvestments
Direktinvestments in Wälder, insbesondere in solche, die Edelholz produzieren, sind weniger anfällig für Marktschwankungen. Hier kann mit der Ernte so lange gewartet werden, bis es sich für den Anleger lohnt. Außerdem haben direkte Waldinvestments den Vorteil, dass Du hierbei in die Aufforstung neuer Bäume und damit den Aufbau von Wäldern investierst.
ForestFinance setzt nach eigenen Angaben auf Mischwälder (Verkaufsprospekt Mischwald). Miller Forest setzt überwiegend auf schnell wachsende Eukalyptus- und Kiefernarten, dazu kommt ein kleiner Anteil heimischer Arten (Miller Forest, Stand 09/2026). Die ökologische Wirkung bewerten wir hier nicht.
Geschlossene Waldfonds
Im Gegensatz zum Direktinvestment investierst Du mit einem geschlossenen Waldfonds nicht direkt in einzelne Bäume auf konkreten Flächen, sondern in Gesellschaften, die Grundstücke kaufen, aufforsten und dort Holz produzieren. Die meisten Waldfonds setzen dabei auf schnell wachsende Monokulturen, um möglichst günstig große Mengen an Holz zu produzieren. Das ökonomische Risiko ist im Vergleich zu Themenfonds oder ethisch-ökologischen Fonds höher, da die Streuung deutlich geringer ist und es sich um eine unternehmerische Beteiligung handelt.
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Chancen und Risiken
Die Nachfrage nach Holz ist hoch und tendenziell steigend – bei zurzeit global abnehmenden Waldflächen. Die Holzpreise können steigen oder fallen, eine Rendite ist nicht garantiert. Ob ein Angebot ökologisch sinnvoll ist, hängt von Baumarten, Standort und Bewirtschaftung ab.
Der Begriff „nachhaltig” ist bei Waldinvestments nicht geschützt; achte auf Zertifikate wie FSC. Auch kann es durch großflächige Landkäufe zur Verdrängung Einheimischer, zahlreicher Tier- und Pflanzenarten sowie zu massiven Preissteigerungen vor Ort kommen. Leider gibt es auch immer wieder unseriöse Anbieter, die mit überzogenen Gewinnversprechungen Anleger anlocken, die in sie gesteckten Erwartungen aber niemals erfüllen können.
Grundsätzlich gilt, dass man als Anleger*in einen langen Atem braucht. Selbst bei einem Investment in Kurzumtriebsplantagen gehen Experten davon aus, „dass ein Investment mindestens für fünf Erntezyklen angelegt sein sollte”. Das entspricht einem Zeitraum von etwa 25 Jahren, der auch bei anderen Bewirtschaftungsformen als Richtwert angenommen werden kann.
Umweltrisiken wie Schädlingsbefall, Feuer und Naturkatastrophen und politische Umbrüche in den Anbauländern, die z.B. zu Enteignungen führen, können schlimmstenfalls zum Totalverlust des angelegten Vermögens führen. Finanztest 01/2018 bewertete alle sieben getesteten Produkte mit „mangelhaft” (Stiftung Warentest). Neuere Tests sind uns nicht bekannt (Stand 09/2026). Kritisiert wurden hauptsächlich intransparente Prospekte, die die Risikoeinschätzung für den Verbraucher erschweren. Die Qualität der Nachhaltigkeit spielte bei diesem Test keine Rolle. Die Zinszahlung der ForestFinance-Anleihe 2020/2030 verzögerte sich zum Fälligkeitstermin 1. Dezember 2023 und 1. Dezember 2024; das Unternehmen kündigte jeweils die Zahlung nach kurzer Frist an (BondGuide, 05.12.2023, PTA-Adhoc, 28.11.2024).