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Weltbank-Studie: Mehr Flüchtlinge durch “Klimaschutz light”

Weltbank-Studie: Mehr Flüchtlinge durch “Klimaschutz light”

Heute geht ein Klimafolgen-Report der Weltbank durch die Medien. Er stellt fest, dass bis 2050 über 143 Millionen Menschen die Flucht vor Klimafolgen ergreifen werden. Die Autor*Innen prognostizieren nur Bewegungen, die innerhalb der Ländergrenzen der Flüchtigen bleiben.

Nun könnte man sich zurücklehnen und denken: “Was geht's mich an, was künftig in der Sub-Sahara, Süd-Asien oder Lateinamerika passiert?”. Das wäre nur allzu menschlich, denn zur Lösung als fern wahrgenommener Probleme neigen wir nicht von allein. Dafür müssen wir uns erst entscheiden. Um sich diesen Menschen gegenüber sozial zu verhalten, ist eine Umstellung des Klimaschutzes von lasch oder auch ignorant auf intensiv notwendig. Dürren, Missernten, Sturmfluten und steigende Meeresspiegel führen zu humanitären Krisen weltweit. Und nicht nur hier in Deutschland werden Klimaschutz-Ziele verfehlt – das ist ein rund um den Globus prekäres Problem.

Was bisher getan wird, reicht noch lange nicht. Nach Angaben der Weltbank könnten vorbeugende Maßnahmen und weltweit konsequenter Klimaschutz die Zahl der Klimaflüchtlinge um bis zu 80 Prozent reduzieren. Acht von zehn Menschen würden vermutlich in Armut leben. Aber es wäre für sie zumindest insoweit zu ertragen, weil sie in ihrer Heimat bleiben können.

Klimaschutz ist sozial nachhaltig

Klimawandel verursacht indirekt immense humanitäre Probleme. Umgekehrt löst entschlossener Klimaschutz Probleme indirekt. Wie beim Artenschutz können Migrationsbewegungen und menschliches Elend als Fluchtursache durch wirksamen Klimaschutz entschärft werden. Das heißt nicht, dass es für die humanitären Probleme und den Artenschutz keiner zusätzlichen, direkten Lösungen bedarf.

Fazit

Ob sich die betroffenen Menschen auf ihrer Flucht an die Prognose der Weltbank halten und wirklich innerhalb ihrer Staatengrenzen bleiben, wird die Zeit zeigen. Ebenfalls wird sie zeigen, ob doch noch mehr und wieviele Menschen aufstehen und sich für einen aktiven Klimaschutz entscheiden. Man darf sich nicht von der “Wir-tun-ja-was”-Illusion einlullen lassen, mit der sich Entscheidungsträger häufig durch kleine, aufwändig präsentierte Projekte publikumswirksam aus der Verantwortung stehlen wollen.

Wer ethisch-sozial und ökologisch investiert, hat gute Gründe, sich für erneuerbare Energien, gegen Kohlekraft und gegen weitere fossile Energieträger zu entscheiden. Deswegen habe ich wenig Verständnis dafür, dass bei dem FNG-Siegel Kohle noch kein hartes Ausschlusskriterium ist. Auch das Österreichische Umweltzeichen ist an dieser Stelle halbherzig. Es schließt lediglich Unternehmen aus, die “Kohle fördern, Erdgas und Erdöl durch Fracking oder aus Teersand (Erdöl) gewinnen”, nicht aber den Betrieb der Kohlekraftwerke oder den Handel dieser klimaschädlichen Energien.

Weltbank-Report “Groundswell : Preparing for Internal Climate Migration”

Kilian Rüfer

Geschrieben von Kilian Rüfer

Kilian Rüfer setzt sich dafür ein, dass Finanzhebel von destruktiv auf konstruktiv gestellt werden. Der gelernte Mediengestalter und Ingenieur für erneuerbare Energien ist Energieblogger und betreibt die Kommunikationsagentur SUSTAINMENT.

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