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Mikrofinanz-Studie: Sichere und sozial nachhaltige Fonds

Mikrofinanz-Studie: Sichere und sozial nachhaltige Fonds
Mikrofinanz ist vielfältig. Sie führt unter anderem zu einem Empowerment von Frauen.

„Etwas gegen die Nord-Süd-Ungleichheit tun”,
antwortete ich meinem nachhaltigen Anlageberater auf die Frage, was mir wichtig sei. Fritz Piper antwortete mir, dass er da etwas für mich habe:
„Mikrofinanz – ein Sicherheits-Baustein”.

Wie sicher sind Mikrofinanz-Fonds wirklich?

Sicherheit erhalten und zugleich etwas Sinnvolles für Menschen auf der südlichen Hemisphäre tun – das klingt gut. Aber wie sicher ist Mikrofinanz wirklich? Der erste Hinweis lässt sich leicht dem gesunden Menschenverstand erschließen: Bei Mikrofinanz Investments werden unzählige Kleinkredite vergeben. Die Kreditnehmer hätten ohne Mikrofinanz-Institute in der Regel keinen Zugang zu Finanzierungsangeboten aus dem traditionellen Finanzsektor.

Diese enorm breite Streuung über viele Länder und Kreditnehmer sorgt für ein geringes Ausfallrisiko. Die Rückzahlungsquote ist mit 95 % vergleichsweise hoch. Die Schwankungen in der Wertentwicklung hingegen sind gering (Volatilität). Genauere Einsichten zur Sicherheit von Mikrofinanz gibt es aus dem Analysehaus `Scope´.

Mit welchen Renditen können Anleger rechnen?

Der Markt für Mikrofinanzfonds hat sich seit 2010 global auf 13,5 Mrd. US-Dollar nahezu verdoppelt. In Deutschland sind dennoch bislang nur fünf Fonds für Privatanleger zugelassen (Stand 12/17).

Die Renditen liegen durchnittlich zwischen ein und zwei Prozent.
  letztes Jahr pro Jahr über 5 Jahre

BlueOrchard Microfinance

-0,82 Prozent 5,39 Prozent
Dual Return Funds – Vision Microfinance -0,34 Prozent 1,53 Prozent

Dual Return Fund – Vision Microfinance LC

2,02 Prozent -0,34 Prozent
GLS Alternative Investments – Mikrofinanzfonds A 0,48 Prozent  
IIV Mikrofinanzfonds Class R -3,10 Prozent 1,50 Prozent
KCD-Microfinanzfonds III 1,03 Prozent  
Triodos Microfinance Fund R Cap 1,39 Prozent 3,10 Prozent

Wallberg Global Microfinance I

-0,48 Prozent 1,44 Prozent
Quelle: Scope Analysis GmbH Stand: 31.05.2018

In der Zeitschrift „Der neue Finanzberater” kritisiert Autor Ulrich Lohrer hohe Verwaltungsgebühren, die vom Ertrag abgehen:

”Von 12 Prozent Kreditzinsen oder mehr, die die Kreditnehmer in den Schwellenländern für einen Mikrokredit zahlen müssen, verbleiben den Anlegern aufgrund der hohen Kosten in der Regel weniger als 2 Prozent Rendite.”

Den Großteil dieser Differenz benötigen die Mikrofinanzinstitute vor Ort. Dort gibt es keine Bank-Filialen. Stattdessen sind viele Mitarbeiter vor Ort unterwegs, was bei der hohen Anzahl der Kreditnehmer eine aufwändige Infrastruktur bedeutet. Zudem müssen die Mikrofinanzinstitute Ausfälle auffangen. Im Verhältnis liegen die Zinsen in der Größenordnung von Dispos hiesiger Girokonten.

Wie wirksam sind Mikrofinanz-Fonds?

Die soziale Wirkung von Mikrofinanz ist vielfältig. Sie führt unter anderem zu einem Empowerment von Frauen, da sich gezeigt hat, dass Frauen eine höhere Rückzahlungs-Moral als Männer bewiesen haben. Als Daumenregel habe ich mir sagen lassen, dass sich bei gut einem Drittel der Mikrofinanz-Kreditnehmer*Innen der Wohlstand durch die Finanzierungsmöglichkeit erhöht.

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Kilian Rüfer

Geschrieben von Kilian Rüfer

Kilian Rüfer setzt sich dafür ein, dass Finanzhebel von destruktiv auf konstruktiv gestellt werden. Der gelernte Mediengestalter und Ingenieur für erneuerbare Energien ist Energieblogger und betreibt die Kommunikationsagentur SUSTAINMENT.