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Das erwarten Großanleger von nachhaltigen Investments. Und Sie?

Das erwarten Großanleger von nachhaltigen Investments. Und Sie?

Kürzlich präsentierte die Pressestelle von Union Investment die Studie “Nachhaltiges Vermögensmanagement institutioneller Anleger 2018 in Deutschland”. In der Studie wurden 203 Großanleger in Deutschland mit einem verwalteten Vermögen von insgesamt sechs Billionen Euro befragt. Was erwarten die befragten Großanleger von nachhaltigen Investments? Und was erwarten Sie von Ihren Geldanlagen?

Erstellt wurde die Studie von Union Investment in Zusammenarbeit mit Professor Henry Schäfer vom Betriebswirtschaftlichen Institut der Universität Stuttgart. Der Studien-Absender Union Investment hat keine weiße oder rein grüne Weste, sondern ist ein traditionelles Investmenthaus – ein Gemischtwarenladen, der allerdings auch nachhaltige Angebote und passende Studien macht.

Für ein Drittel der Großanleger spielt Nachhaltigkeit keine Rolle

Als erstes Ergebnis wurde verkündet, dass von den Befragten knapp zwei Drittel angegeben haben, dass sie Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen. In der Vorgängerstudie im Jahr 2013 hatte die Nachhaltigkeit nur jeden Zweiten interessiert. Für etwas mehr als ein Drittel spielen ESG-Kriterien nach wie vor keine Rolle.

Welche Nachhaltigkeitskriterien dies genau sind wurde nicht spezifiziert. Wir wissen also nicht, ob diese zwei Drittel eher lasche oder doch vielleicht strengere Nachhaltigkeitsstandards bei ihrer Antwort meinten.

Großanleger mit Nachhaltigkeit in ihrer Investment-Strategie:

91% Kapitalverwaltungsgesellschaften

88% kirchliche Anleger und Stiftungen

70% Versicherungen

59% Altersvorsorgeeinrichtungen

43% Großunternehmen

39% Kreditinstitute

Und Sie?

Ökonomische Kriterien sind Großanlegern am wichtigsten

Folgende Wichtigkeiten haben die befragten Großanleger den unterschiedlichen Aspekten zugeschrieben:

75% ökonomische Kriterien

64% soziale Kriterien

64% ethische Kriterien

63% Governance-Kriterien

58% ökologische Kriterien

Und Ihnen?

Laut der Studie sind sich alle darin einig, dass sich beim Investieren Nachhaltigkeit rechnen muss. Eine Angst vor Rendite-Nachteilen oder größeren Risiken hält einige Investoren vom nachhaltigen Investieren ab.

Wer es gemacht hat, berichtet vom Gegenteil: 70 Prozent geben an, dass sich das nachhaltige Portfolio im Vergleich zum konventionellen Portfolio unter Rendite- und Risikoaspekten ähnlich oder sogar deutlich besser entwickelt hat.

Zufriedenheit mit nachhaltigen Geldanlagen

Wie zufrieden sind die institutionellen Anleger mit ihren nachhaltigen Geldanlagen? Mit 56 Prozent ist mehr als die Hälfte der Investoren mit der Berücksichtigung von ESG-Kriterien im Anlageprozess sehr zufrieden oder außerordentlich zufrieden. Gegenüber dem Vorjahr ist dies eine Steigerung um zehn Prozentpunkte. 85 Prozent wollen daher bei ihren nachhaltigen Kapitalanlagen bleiben.

Nachhaltigkeitswirkung muss nachgewiesen werden

Angeblich spielen Wirkungsnachweise für die Investoren eine wichtige Rolle: 78 Prozent versprechen, dass sie sich eher nachhaltigen Investments zuwendeten, wenn deren ökologische, soziale oder ethische Wirkung gemessen werden würde.

Dieser Anspruch an eine Wirkungsmessung wird hingegen bei konventionellen Investments als weniger wichtig betrachtet. Beispielsweise wissen gerade einmal 28 Prozent der Befragten über die Klimawirkung ihres Portfolios Bescheid.

Doch gerade die Wirkungsmessung bei konventionellen Portfolios und deren Transparenz ist entscheidend. Denn wie sollen Privatanleger von ihren Kapitalverwaltungsgesellschaften, Versicherungen, Altersvorsorgeeinrichtungen oder Kreditinstituten erfahren können, wie das Geld wirkt, wenn es die Mehrheit der Großanleger selbst nicht weiß? Legen Sie lieber dort an, wo Wirkungsnachweise eindeutig erbracht werden können!

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Kilian Rüfer

Geschrieben von Kilian Rüfer

Kilian Rüfer setzt sich dafür ein, dass Finanzhebel von destruktiv auf konstruktiv gestellt werden. Der gelernte Mediengestalter und Ingenieur für erneuerbare Energien ist Energieblogger und betreibt die Kommunikationsagentur SUSTAINMENT.

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