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Wasser als Geldanlage

Wie bitte? Keine Sorge, wir unterstützen hier nicht die skrupellose Wasserprivatisierung durch Nestlé & Co., die beispielsweise Menschen in afrikanischen Staaten das Grundwasser abzapfen und dann in Plastikflaschen samt Marge wieder verkaufen. Nein, es gibt auch im Investitionsbereich Wasser Anlageprodukte, die sich im Gegenteil um sauberes Wasser und die Verfügbarkeit von Trinkwasser kümmern. Diese zu erkennen ist jedoch nicht ganz leicht.

Wasser ist ein Menschenrecht

Grundsätzlich ist Wasser ein Menschenrecht. In ihrer Generalversammlung am 28. Juli 2010 haben die Vereinten Nationen festgehalten, dass der Zugang zu sauberem Wasser ein Grundrecht ist, welches jedem Menschen zusteht. Doch leider gibt es auf der Welt nicht überall ausreichend Wasser – im Gegenteil: Es gibt eine globale Wasserkrise. Hier in Nordeuropa ist davon nicht viel zu spüren, doch nach Angaben des World Resources Institute leben derzeit eine Milliarde Menschen in Regionen mit knappen Wasserressourcen, Tendenz rapide steigend! Denn der Anstieg der Weltbevölkerung und die Auswirkungen des Klimawandels wirken sich negativ auf die Verfügbarkeit von Wasser aus.

Anlagemöglichkeit Wasser

Ein Ressourcen schonender Umgang mit dem lebenswichtigen Gut sowie die Aufbereitung und Bereitstellung von Trinkwasser sind demzufolge zweifellos nachhaltig. Anleger wiederum können mit ihren Investments dazu beitragen, dass das kostbare Nass sparsam genutzt, schonend gereinigt oder nachhaltig gewonnen wird. Mit Einzelaktien oder Crowdinvestments kann gezielt in diese Bereiche investiert werden.

Themenfonds Wasser

Wasser-Fonds gehören zu den Themenfonds und beinhalten Aktien von Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen. Dazu zählen u.a. Energiedienstleister, Erzeuger von Industrieprodukten, Wasserversorger und Infrastruktur-Unternehmen. Es ist wirklich schwierig, hierbei die Spreu mit Sicherheit vom Weizen zu trennen. Wir haben uns die Fonds, die in der Datenbank von nachhaltiges-investment.org aufgelistet werden, angeschaut. Dort lassen sich die größten Aktienpositionen zum Stichtag (Stand: 16.9.2019) einsehen. Bei keinem davon haben wir den Namen Nestlé gefunden. Véolia hingegen bei fast allen. Die Anlagestrategie hat nach unserem Kenntnisstand nur ein Wasser-Fonds nachvollziehbar beschrieben: ÖkoWorld Water For Life: “...investiert nicht in Unternehmen, die Wasserrechte kaufen, nur um das Grundwasser abzupumpen und in Flaschen abgefüllt weiterzuverkaufen.”. – Genau dies ist für uns das wesentliche Unterscheidungskriterium.

Marktentwicklung

Der Trend von Wasser als Geldanlage ist deutlich: Er geht aufwärts. Denn die Verknappung dieser lebenswichtigen Ressource führt dazu, dass mit dem Rohstoff Wasser gewaltige Geschäfte gemacht werden. Den Löwenanteil dieser weltweiten Geschäfte haben sich vier Großunternehmen einverleibt. Aus Frankreich kommen die Unternehmen Veolia und Suez, aus den USA Xylem und Lindsay.

Negativbeispiel Veolia-Aktie

Der französische Konzern Veolia hat die Kernaufgaben Wasser/Abwasser, Abfall- und Energieversorgung als Geschäftsidee zusammengefasst. Das Kerngeschäft, Wasser bereitzustellen und aufzubereiten, ist zweifellos ökologisch nachhaltig, denn Veolia sorgt für den Zugang zu sauberem Trinkwasser in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Unglücklicherweise sammelt der Konzern immer mehr kritische Stimmen gegen sich. So gibt es gehäufte Beschwerden in den Bereichen Arbeitssicherheit und unternehmensinterne Gesundheit. Beides gehört zum sozialen Aspekt von Nachhaltigkeit. Zudem werden Veolia kontroverse Geschäftspraktiken vorgeworfen, darunter vorsätzliche Umweltverschmutzung, Korruption und Zerstörung der Biodiversität rund um Mülldeponien - alles mit dem Ziel derProfitmaximierung. Denn das muss man Veolia lassen: Der Konzern ist ein verlässlicher Dividendenzahler mit äußerst positivem Kurspotenzial. So prognostiziert Goldman Sachs dem Unternehmen eine Kurssteigerung von 17 Prozent. Investitionen in Veolia sind demzufolge ein äußerst kontrovers zu diskutierendes Thema.

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